Silikonschläuche in der Lebensmittelproduktion: Anwendungen, Auswahl und Hygiene

Silikonschläuche in der Lebensmittelproduktion

In der Backstube einer Konditorei in Wuppertal läuft seit fünf Jahren dieselbe Schlauchpumpe für die Sahnemousse-Produktion. An einem Mittwochmorgen versagt der Pumpenschlauch mitten in der Vorbereitung für eine Hochzeitstorte. Die Konditormeisterin braucht innerhalb weniger Stunden Ersatz. Beim Anruf beim Industrie-Lieferanten heißt es: Mindestabnahme 50 Meter, Lieferzeit zehn Tage, Konfektionierung mit Edelstahl-Armaturen. Was sie eigentlich braucht, ist ein Meter lebensmittelechter Silikonschlauch in der richtigen Stärke, sauber geschnitten, mit einer Materialkonformitätserklärung für die Lebensmittelaufsicht.

Dieser Beitrag richtet sich an Bäckereien, Konditoreien, Eisproduzenten, kleine Lebensmittelbetriebe und Gastronomien, die Silikonschläuche im täglichen Einsatz brauchen. Sie erfahren, wofür Silikon das richtige Material ist, welche Zertifikate wirklich relevant sind, was bei Schlauchpumpen zu beachten ist, wie eine korrekte Reinigung aussieht und welche Pflichten aus HACCP und Dokumentation auf Sie zukommen.

Inhaltsverzeichnis

Wo Silikonschläuche im Lebensmittelbetrieb zum Einsatz kommen

In jedem Klein- und Mittelbetrieb, der Lebensmittel verarbeitet, stecken Silikonschläuche an Stellen, an die im Alltag niemand mehr denkt. Eine kurze Übersicht der typischen Einsatzorte:

In der Bäckerei transportieren Saugschläuche flüssige Zutaten wie Glukosesirup, Invertzucker oder Eigelb-Konzentrat aus dem Vorratsbehälter zum Misch- oder Knetkessel. Schlauchpumpen dosieren flüssige Aromen oder Farbstoffe. Druckschläuche füllen Brötchen-Glasuren oder Sirup ab.

In der Konditorei sind Schlauchpumpen zentral: für Cremes, Mousse-Massen, Glasuren, Schokoladen und Pralinenfüllungen. Sahnespender und Sahnesiphons arbeiten mit Dichtungen aus Silikon. Bei der Pralinenproduktion werden temperierte Schokoladen über Silikonleitungen geführt.

In der Eisproduktion laufen die Eis- und Sorbet-Massen durch Silikonschläuche zwischen Reife- und Friertanks. Auch bei kleineren Eismaschinen sind die Pumpenschläuche typischerweise aus Silikon.

In der Gastronomie und im Café finden Sie Silikon in Espressomaschinen-Innenleben, in Bag-in-Box-Saugleitungen für Sirupe, Ice-Tea-Konzentrate und Limonadensirupe, in Cocktail-Dosieranlagen und in der Sahneproduktion.

Bei der Reinigung kommen Druckschläuche bei CIP-Verfahren (Cleaning In Place) zum Einsatz, bei denen die Anlage ohne Demontage von innen gereinigt wird.

Die meisten dieser Anwendungen kommen mit einem hochwertigen Standard-Silikonschlauch in Meterware aus. Nur wenige spezielle Druckanwendungen mit Edelstahl-Armaturen, hohen DN-Größen oder zertifizierten CIP-Anschlüssen sind ein Sonderfall, auf den wir weiter unten eingehen.

Warum Silikon und nicht PVC oder Gummi

Werkseitig sind in vielen Anlagen PVC-Schläuche oder Naturgummi-Leitungen verbaut. Beide Materialien haben im Lebensmittelkontakt deutliche Schwächen.

PVC enthält in den meisten Anwendungen Weichmacher (Phthalate), die nicht fest im Material gebunden sind. Bei Wärme oder im Kontakt mit Fetten können diese Weichmacher in das Lebensmittel übergehen. Hinzu kommt, dass PVC bei längerer Hitzeeinwirkung verspröden, sich verfärben und Eigengeruch entwickeln kann.

Naturgummi und EPDM können bei direktem Lebensmittelkontakt Eigengeschmack und Geruch übertragen. Sie sind zudem temperaturlimitiert.

Silikon dagegen ist weichmacherfrei, geschmacksneutral, übergibt nichts an das Lebensmittel, hält Temperaturen von minus 60 °C bis plus 200 °C aus und bleibt über viele Jahre flexibel. Reinigungen mit heißem Wasser, milden Säuren, Laugen und Dampfsterilisation bis 134 °C sind kein Problem.

Eine ausführliche fachliche Einordnung mit Migrationsmechanismen und allen Zertifikaten finden Sie in unserem Beitrag Lebensmittelechte Silikonschläuche: Eigenschaften, Einsatz und rechtliche Grundlagen im Überblick. Hier konzentrieren wir uns auf die Praxis.

Lebensmittelecht: was das wirklich bedeutet

Der Begriff „lebensmittelecht” ist in vielen Online-Shops zu sehen, in der Praxis aber unterschiedlich belegt. Was wirklich zählt, sind konkrete Zertifizierungen.

EU-Verordnung 1935/2004 ist die Rahmenverordnung für alle Materialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Sie legt fest, dass keine Stoffe in Mengen abgegeben werden dürfen, die die menschliche Gesundheit gefährden, die Lebensmittelzusammensetzung verändern oder die organoleptischen Eigenschaften (Geruch, Geschmack, Aussehen) beeinträchtigen.

EU-Verordnung 10/2011 ergänzt die Rahmenverordnung speziell für Kunststoffe und Elastomere. Sie regelt die Migrationsprüfung mit definierten Simulanzlösungen.

BfR-Empfehlung XV ist die deutsche Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung speziell für Silikone im Lebensmittelkontakt.

FDA 21 CFR 177.2600 ist der US-amerikanische Standard für Gummierzeugnisse mit Lebensmittelkontakt. International anerkannt und für Exportbetriebe relevant.

USP Class VI ist eine Biokompatibilitätsprüfung aus dem Pharmabereich, für reine Lebensmittelanwendungen meist nicht erforderlich, aber ein Qualitätssignal.

Was die Migrationsprüfung wirklich testet

Bei der Migrationsprüfung wird der Schlauch mit verschiedenen Simulanzlösungen in Kontakt gebracht. Diese simulieren typische Lebensmittelgruppen: destilliertes Wasser für wässrige Lebensmittel, drei Prozent Essigsäure für saure Lebensmittel, zehn Prozent Ethanol für alkoholische Lebensmittel, Pflanzenöl für fett- und ölhaltige Lebensmittel.

Die kritische Erkenntnis aus der Praxis: Ein Schlauch kann die Prüfung für Wasser einwandfrei bestehen, aber bei Pflanzenöl an der Grenzwert-Linie liegen oder sie überschreiten. Wenn Sie einen Schlauch für die Schokoladenproduktion (fettreich) oder für saure Säfte einsetzen, sollte die Konformitätserklärung explizit das relevante Lebensmittel-Simulanz abdecken. Pauschale Aussagen wie „lebensmittelecht” reichen nicht.

Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Materialkonformitätserklärung die Simulanz abdeckt, die Ihrer Anwendung am nächsten kommt. Bei Unsicherheit fragen Sie den Lieferanten ausdrücklich danach.

Welcher Schlauchtyp für welche Anwendung?

Im Lebensmittelbereich gibt es im Wesentlichen zwei Schlaucharten:

Standard-Silikonschlauch (Vollmaterial) ist der klassische, einlagige Schlauch ohne Verstärkung. Er deckt drucklose Anwendungen ab, also Saug-, Förder- und Niederdruckanwendungen bis etwa 2 bis 3 bar. Das umfasst die meisten Anwendungen in Bäckereien, Konditoreien und Eisproduktion: Saugschläuche zum Umfüllen, Pumpenschläuche für Schlauchpumpen, Verbindungsleitungen zwischen Tanks und Anlagen.

Silikonschlauch mit Gewebeeinlage hat eine eingearbeitete Textil- oder Polyestereinlage und ist für höhere Drücke ausgelegt (typisch 10 bis 16 bar). Er kommt zum Einsatz bei: CIP-Reinigungsanlagen mit Hochdruckpumpen, Dampfschläuchen, industriellen Abfüllanlagen mit hohen Förderdrücken.

Faustregel: Sobald in einer Anlage ein deutlicher Pumpendruck anliegt (über 3 bar), brauchen Sie einen Druckschlauch oder einen gewebeverstärkten Silikonschlauch. Ein einlagiger Standard-Silikonschlauch kann unter Hochdruck platzen.

Was elastomer24 abdeckt: drucklose Anwendungen mit Standard-Silikonschlauch in Meterware. Das ist der mit Abstand häufigste Bedarf in Klein- und Mittelbetrieben.

Wo Sie spezialisierte Lieferanten brauchen: für gewebeverstärkte Druckschläuche mit fertig konfektionierten Edelstahl-Armaturen, große DN-Größen (DN 25 und darüber) und Industrie-CIP-Anlagen sind Anbieter wie Alfotech, RCT-online oder Hygienemarkt24 die richtigen Anlaufstellen. Diese Hersteller liefern Schläuche mit fertigen Anschlüssen, dampfsterilisierbaren Verschraubungen und Komplettkonfektionierung für industrielle Großbetriebe.

Schlauchpumpen und Peristaltikpumpen: der Spezialfall

Schlauchpumpen, auch Peristaltikpumpen genannt, sind in der Lebensmittelproduktion wegen ihrer Hygiene-Eigenschaften beliebt: Das Fördermedium kommt nur mit dem Pumpenschlauch in Berührung, nicht mit Mechanik. Der Schlauchwechsel ist die einzige Wartung am hygienisch relevanten Pfad.

Wie eine Schlauchpumpe funktioniert

Im Inneren der Pumpe läuft ein Rotor mit zwei oder drei Rollen über einen halbkreisförmig verlegten Schlauch. Die Rollen quetschen den Schlauch nacheinander zusammen und schieben das Fördermedium in eine Richtung. Wenn der Rotor still steht, ist der Schlauch durch die Rolle dicht verschlossen.

Knick-Probleme und ihre Lösung

Ein häufiges Problem bei Schlauchpumpen ist, dass der Schlauch nach kurzer Zeit knickt oder sich dauerhaft verformt. Aus Foren und Praxis-Berichten gibt es klare Lösungsmuster:

  • Material zu weich: Sehr weiche Silikonschläuche (unter 50 Shore A) lassen sich gut quetschen, knicken aber leichter. Für Schlauchpumpen ist 60 Shore A der bessere Kompromiss.
  • Wandstärke zu gering: Eine zu dünne Wandstärke verformt sich unter den Rollen dauerhaft. Ein Schlauch mit etwa 1 bis 1,5 mm Wandstärke pro Innendurchmesser-Millimeter ist meist robust genug.
  • Schlauch zu eng verlegt: Bei der Verlegung außerhalb der Pumpe sollten Sie den Mindestbiegeradius einhalten (Faustregel: 5- bis 10-facher Außendurchmesser). Engere Bögen führen zu Knickstellen.
  • Falsche Schlauchführung: Wenn der Schlauch verdreht eingelegt ist, entstehen einseitige Druckspitzen, die zum vorzeitigen Versagen führen.

Lebensdauer und Wechselrhythmus

Pumpenschläuche sind Verschleißteile. Die Lebensdauer hängt stark von Drehzahl, Fördermedium und Betriebszeit ab. Faustregel für Lebensmittelbetriebe:

  • Tägliche Nutzung über mehrere Stunden: alle drei bis sechs Monate prüfen, bei sichtbaren Verformungen sofort wechseln.
  • Nutzung wenige Stunden täglich: alle sechs bis zwölf Monate.
  • Sporadische Nutzung: bei jährlicher Wartung oder bei sichtbaren Veränderungen.

Wirtschaftlich ist es immer, einen Pumpenschlauch präventiv zu ersetzen, bevor er versagt. Ein geplatzter Schlauch in der laufenden Produktion bedeutet mindestens den Verlust einer Charge, oft den Stopp einer kompletten Produktionsschicht.

Hygiene und Reinigung in der Praxis

Auch der hochwertigste Silikonschlauch braucht eine konsequente Hygienepraxis, sonst entstehen Biofilme, Verfärbungen und Geruchsprobleme.

Erstreinigung vor erster Nutzung

Vor der ersten Inbetriebnahme muss jeder neue Schlauch gereinigt werden, um produktionsbedingte Rückstände zu entfernen. Auch bei zertifizierten Schläuchen kann es zu leichtem Eigengeruch nach Silikon kommen, der durch eine Erstreinigung weitgehend verschwindet.

Praxis: Schlauch mit warmem Wasser (etwa 60 °C) mehrere Minuten durchspülen, anschließend mit klarem Trinkwasser nachspülen, lufttrocknen lassen. Bei Bedarf kann eine Erstreinigung mit verdünnter Zitronensäure oder einem milden lebensmittelkonformen Reiniger durchgeführt werden.

Tägliche Reinigung

Nach jeder Produktionseinheit den Schlauch durchspülen, damit keine Rückstände eintrocknen. Bei fett- oder zuckerhaltigen Medien ist das besonders wichtig: angetrocknete Reste sind später deutlich schwerer zu entfernen und können zu Biofilm-Bildung führen.

Wöchentliche Tiefenreinigung

Schlauch demontieren, gründlich von innen reinigen, mit warmem Wasser und einem milden lebensmittelkonformen Reiniger durchspülen, anschließend mit klarem Wasser nachspülen.

Sterilisation

Bei höheren Hygieneanforderungen oder bei Allergen-Übergängen kann der Schlauch sterilisiert werden:

  • Spülmaschine im oberen Korb: für regelmäßige Hygiene zwischen Produktionseinheiten.
  • Auskochen in Wasser: 10 bis 15 Minuten ausreichend für die meisten Anwendungen.
  • Dampfsterilisation bis 134 °C: in Profi-Anlagen oder Autoklaven, höchste Hygienestufe.

Allergen-Management

Wenn nacheinander unterschiedliche Lebensmittel durch denselben Schlauch laufen, ist Allergen-Übertragung ein Thema, das die Lebensmittelaufsicht streng prüft. Praxis-Lösungen:

  • Dedizierte Schläuche je Allergen-Gruppe: ein Schlauch nur für Nuss-Produkte, einer nur für glutenhaltige Produkte usw.
  • Farbcodierung: Silikonschläuche gibt es in verschiedenen Farben, was die optische Trennung erleichtert.
  • Validierte CIP-Reinigung zwischen den Anwendungen mit dokumentiertem Ablauf.

Beständigkeit gegen Reinigungsmittel

Silikon ist gegen die meisten lebensmittelkonformen Reinigungsmittel beständig. Ausnahmen:

  • Konzentrierte Salpetersäure und stark oxidierende Reiniger können das Silikon angreifen.
  • Sehr stark alkalische Reiniger (über pH 12) verkürzen die Lebensdauer.
  • Lösungsmittel wie Aceton, Toluol oder Benzol sollten nicht zum Einsatz kommen.

Bei Unsicherheit prüfen Sie das Datenblatt des Reinigungsmittels und die Beständigkeitsliste Ihres Schlauchlieferanten.

Wann der Schlauch ausgetauscht werden muss

  • Sichtbare Verfärbungen, dunkle Punkte oder Belag, der sich nicht mehr auswaschen lässt
  • Anhaltender Geruch trotz Tiefenreinigung
  • Verformungen, eingedellte Stellen oder Knickstellen
  • Risse oder Sprödigkeit
  • Verändertes Förderverhalten (verringerter Durchsatz, Pulsationen)

HACCP und Dokumentationspflichten

Jeder Lebensmittelbetrieb muss seit Inkrafttreten der EG-Verordnung 852/2004 ein HACCP-Konzept (Hazard Analysis and Critical Control Points) führen. Die Schläuche im Lebensmittelkontakt sind Teil dieser Dokumentation.

Was Sie aufbewahren sollten

Materialkonformitätserklärung: Vom Hersteller unterschriebenes Dokument, das die Konformität mit EU-Verordnung 1935/2004 und EU 10/2011 bestätigt. Bei Bestellung anfordern, falls nicht standardmäßig mitgeliefert.

Datenblatt mit technischen Spezifikationen: Material, Härte, Temperaturbereich, Beständigkeit, Migrations-Testergebnisse je Lebensmittel-Simulanz.

Chargennummer und Lieferdatum: Pro Schlaucheinkauf dokumentieren. Bei einem Vorfall (Verbraucher-Beschwerde, Hygiene-Inspektion) muss nachvollziehbar sein, welcher Schlauch wann und woher kam.

Wartungs- und Wechselprotokolle: Wann wurde der Schlauch eingebaut, wann gereinigt, wann gewechselt? Ein einfaches Excel-Sheet oder ein Wartungsbuch reicht aus.

Bei Hygiene-Inspektionen

Die Lebensmittelaufsicht prüft bei Routine-Begehungen, ob die im Lebensmittelkontakt eingesetzten Materialien dokumentiert konform sind. Wer keine Materialkonformitätserklärung vorlegen kann, riskiert Beanstandungen, im Wiederholungsfall Bußgelder.

Hochwertige Lieferanten mit GMP-Standard liefern die Konformitätserklärung standardmäßig mit oder stellen sie auf Anfrage bereit. Anonyme Importware ohne nachvollziehbare Lieferkette ist im Lebensmittelbetrieb keine sinnvolle Wahl.

Die häufigsten Fehler in der Praxis

Aus der Beratungspraxis und aus Berichten von Lebensmittelhygieneprüfungen kristallisieren sich einige typische Fehler heraus.

Baumarkt-Schläuche im Lebensmittelbereich: Schläuche aus dem Baumarkt sind für technische Anwendungen ausgelegt. Sie können Weichmacher, Talkum oder andere produktionsbedingte Rückstände enthalten, die nicht für den Lebensmittelkontakt zugelassen sind. Selbst wenn der Schlauch optisch gleich aussieht, fehlt die Konformitätserklärung. Im Inspektionsfall ist das ein klares Beanstandungsrisiko.

Falscher Innendurchmesser: Ein zu enger Schlauch erhöht den Strömungswiderstand und überlastet die Pumpe, ein zu weiter Schlauch reduziert die Förderleistung. Bei Schlauchpumpen passt der Innendurchmesser exakt zum Pumpenkopf, hier ist keine Toleranz. Im Zweifel den alten Schlauch ausmessen oder beim Pumpenhersteller die genaue Spezifikation erfragen.

Knick durch zu enge Verlegung: Ein 8-mm-Schlauch braucht einen Mindestbiegeradius von etwa 40 bis 80 mm. Wer ihn enger verlegt, riskiert Knickstellen, die zu reduziertem Durchfluss und vorzeitigem Materialversagen führen.

Unzureichende Erstreinigung: Ohne Erstreinigung können bei den ersten Produktionseinheiten Rückstände aus der Schlauchproduktion in das Lebensmittel übergehen. Auch wenn das hygienisch unbedenklich ist, kann es zu Geschmacks- oder Geruchsproblemen kommen.

Materialwechsel-Probleme bei Anschlüssen: Wer von PVC- auf Silikonschlauch wechselt, sollte prüfen, ob die vorhandenen Klemmen und Anschlüsse passen. Silikon ist weicher als PVC, manche Standard-Schlauchklemmen halten den Silikonschlauch nicht zuverlässig fest. Bei Bedarf auf Klemmen mit größerer Auflage oder mit Schraubmechanismus umstellen.

Schläuche ohne Konformitätserklärung kaufen: Im B2C-Handel werden Silikonschläuche oft generisch als „lebensmittelecht” beworben, ohne dass eine konkrete Konformitätserklärung mitgeliefert wird. Für den Heimgebrauch reicht das oft, für einen gewerblichen Lebensmittelbetrieb ist es aber rechtlich zu wenig.

Häufig gestellte Fragen

Welcher Silikonschlauch ist wirklich lebensmittelecht?

Lebensmittelecht ist ein Silikonschlauch, der nach EU-Verordnung 1935/2004 und EU 10/2011 geprüft ist und für den Sie eine Materialkonformitätserklärung des Herstellers vorlegen können. Hochwertige Schläuche entsprechen zusätzlich der BfR-Empfehlung XV und der FDA 21 CFR 177.2600. Ohne diese Dokumente ist die Aussage „lebensmittelecht” kaum belegbar.

Welche Zertifikate brauche ich für meine Bäckerei oder Konditorei?

Für die meisten Anwendungen reichen EU 10/2011 und FDA 21 CFR 177.2600. Wenn Sie säurehaltige (z. B. Fruchtsoßen) oder fettreiche Produkte (z. B. Schokolade) durch den Schlauch fördern, achten Sie darauf, dass die Migrationsprüfung das passende Lebensmittel-Simulanz abdeckt. Bei Trinkwasseranwendungen kommen KTW oder WRAS hinzu.

Welcher Innendurchmesser passt zu meiner Dosier- oder Schlauchpumpe?

Der Innendurchmesser muss exakt mit der Pumpenspezifikation übereinstimmen. Schauen Sie ins Pumpenhandbuch oder messen Sie den vorhandenen Schlauch nach. Standard-Größen für Klein-Schlauchpumpen sind 3 × 5 mm, 4 × 6 mm oder 6 × 8 mm (Innen × Außen). Industrielle Schlauchpumpen arbeiten mit Innendurchmessern bis 25 mm und mehr.

Mein Schlauch knickt schon nach kurzer Zeit — was ist die Lösung?

Die häufigsten Ursachen sind: zu geringe Wandstärke, zu weiche Shore-Härte (unter 50 Shore A), zu enge Verlegung mit zu kleinem Biegeradius oder verdrehte Einbaulage. Wechseln Sie auf einen Schlauch mit etwas dickerer Wand und mittlerer Härte (60 Shore A), achten Sie auf den Mindestbiegeradius (5- bis 10-facher Außendurchmesser) und prüfen Sie, dass der Schlauch nicht verdreht eingelegt ist.

Wie lange hält ein Silikonschlauch in der Lebensmittelproduktion?

Bei Saug- und Förderschläuchen ohne mechanische Belastung mehrere Jahre. Bei Pumpenschläuchen drei bis zwölf Monate je nach Nutzungsintensität. Bei Schläuchen, die regelmäßig sterilisiert werden, kann die Lebensdauer durch die thermische Belastung verkürzt werden. Präventiver Wechsel ist wirtschaftlich immer günstiger als ein ungeplanter Ausfall.

Riecht ein neuer Silikonschlauch normal? Und was tun, wenn ja?

Ein leichter Eigengeruch nach Silikon ist bei neuen Schläuchen normal und verschwindet nach einer Erstreinigung in der Regel weitgehend. Spülen Sie den Schlauch mehrere Minuten mit heißem Wasser, lassen Sie ihn trocknen und prüfen Sie ihn anschließend. Bleibt ein deutlicher, unangenehmer Geruch, kann das auf eine minderwertige Materialqualität hindeuten. In dem Fall liefert ein hochwertiger Lieferant Ersatz.

Welche Reinigungsmittel kann ich verwenden, welche nicht?

Verwendbar sind alle lebensmittelkonformen Reinigungsmittel und Desinfektionsmittel, milde Säuren wie Zitronen- oder Essigsäure, milde Laugen, Sauerstoff- und Tensid-Reiniger. Vermeiden Sie konzentrierte Salpetersäure, sehr stark alkalische Reiniger (pH über 12) und Lösungsmittel wie Aceton oder Toluol. Bei Unsicherheit prüfen Sie das Reinigungsmittel-Datenblatt und die Beständigkeitsliste Ihres Schlauchlieferanten.

Den passenden Silikonschlauch direkt bestellen

Bei elastomer24 erhalten Sie Silikonschlauch transparent als Meterware in allen gängigen Größen für die typischen Anwendungen in Bäckerei, Konditorei, Eisproduktion und Gastronomie. Innendurchmesser ab 1 mm bis 24 mm, Wandstärken nach Bedarf, Standardhärte 60 Shore A.

Alle Schläuche sind in europäischer Produktion gefertigt, nach EU-Verordnung 10/2011 und FDA 21 CFR 177.2600 für den Lebensmittelkontakt zugelassen, dampfsterilisierbar bis 134 °C und nicht talkumiert. Materialkonformitätserklärung und Datenblatt liefern wir auf Anfrage. Sondergrößen ab 50 m sind verfügbar.

Zum Silikonschlauch transparent

Die in diesem Beitrag gegebenen Hinweise sind allgemeiner Natur und ersetzen keine betriebsspezifische HACCP-Beratung oder eine fachjuristische Prüfung Ihrer konkreten Hygienedokumentation. Bei spezifischen Fragen zur Lebensmittelhygiene-Verordnung oder zur HACCP-Konzeption kontaktieren Sie eine zertifizierte Lebensmittelhygiene-Beratung oder die für Sie zuständige Lebensmittelaufsicht.